Die Hauptmahlzeit der Deutschen ist in der Regel das warme Mittagessen.
Ernährungsbewusstsein hin oder her – ein Mittagessen hat substantiell zu
sein. Die alte Gewohnheit des nachmittäglichen „Kaffe und Kuchens“ ist
Arbeitsalltag immer mehr in den Hintergrund getreten und wird unter
normalen Umständen nur noch am Wochenende praktiziert. Auch dies ist
immer noch sehr traditionell geprägt und daher keine Angelegenheit für
Ernährungs- und Schlankheitsbewusste. Früchte-, Creme- und
Schokoladekuchen sind nun mal eben nicht kalorienarm – und meistens
bleibt es nicht bei einem Stückchen.
Die letzte Mahlzeit des Tages,
das so genannte Abendbrot, zeigt schon in Namen an, dass es sich in der
Regel um eine kalte Mahlzeit handelt, bei der zu Brot meist Wurst und
Käse gereicht wird, vielleicht aber auch Quark, Salat oder südsauer
eingelegtes Gemüse.
Was immer einem Reisenden in Deutschland zustößt: Es steht jedenfalls fest, dass er nicht verhungern muss.
Trinken
Eine von drei Bierbrauereien auf der Welt steht
in Deutschland. Das allein sagt schon genug über das Verhältnis der
Deutschen zum Bier. Bier ist nicht nur ein Getränk unter vielmehr ist es
der Inbegriff von Getränk schlechthin.
Ein Grund, warum das
deutsche Bier in der Tat so gut ist, ist das Reinheitsgebot von 1516,
eines der ältesten noch gültigen Gesetze überhaupt. Es schreibt vor,
dass für das Brauen von Bier ausschließlich Wasser, Hopfen, Malz und
Hefe verwendet dürfen. Das einzige Mal, dass die Deutschen wirklich
gegen die Weisheit der Harmonisierungsbemühungen der Brüsseler
Eurokarten Sturm gelaufen sind, war bei der drohenden Liberalisierung
des Reinheitsgebots.
Es gibt viertausend nach dem deutschen
Reinheitsgebot gebraute Biermarken, und da ist es in der Tat schwer,
sich vorzustellen, wie importierte Biere, die unter Umständen als
chemisch kontaminiert gelten, sich auf diesem Markt durchsetzen sollen.
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